Presse


14.06.2022 Generalanzeiger

Schützenhaus in Meckenheim ist fast fertig

Fördermittel und Spenden haben der Bruderschaft sehr geholfen. 30 000 Euro trägt der Verein selbst


Die Sanierung des Meckenheimer Schützenhauses befindet sich auf der Zielgeraden. Schießmeister Michael Hilbig zeigt den Lions-Club-Vertretern Joachim Krüger (Mitte) und Manfred Weizbauer, wie hoch das Wasser am 14. Juli 2021 gestanden hatte. Foto: Axel Vogel


Meckenheim Nach der Flut 2021 war die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Meckenheim so gut wie ruiniert. Dank Fördermitteln und Spenden hat sich die Lage deutlich verbessert. Die Sanierung des Schützenhauses ist fast fertig.

VON AXEL VOGEL



Das, was die Meckenheimer Schützen nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 erlebten, gleicht ein wenig dem Mythos von Phönix aus der Asche: Die altehrwürdige Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Meckenheim war quasi ruiniert, nachdem die vom Starkregen angeschwollene Swist kniehoch in der Schützenhalle gestanden und vor allem die Schießstände im Keller geflutet hatte. Der Schaden betrug mehr als 600.000 Euro ohne Berücksichtigung der Steuer, schätzt Präsident Matthias Klemmer: „Ohne Fördermittel und Spenden wären wir damals am Ende gewesen.“


Doch sowohl die Fördermittel als auch die Spenden flossen bislang so reichlich und kontinuierlich, sodass die Komplettsanierung des Schützenhauses sich inzwischen auf der Ziellinie befindet. Ab Herbst kann ein geregeltes Vereinsleben wie eine Vermietung der Halle für Veranstaltungen definitiv wieder starten. Auch dank Hunderter Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder. Von dem Fortgang der Arbeiten haben sich jetzt Manfred Weizbauer und Joachim Krüger vom Lions-Club Bonn-Rhenobacum überzeugt, die einen Spende von 2000 Euro übergaben. Auch das Geld können die Schützen gut gebrauchen.


Hilfe von der Kölner Bezirksregierung

Nicht ohne einen gewissen Stolz zeigte Michael Hilbig, Geschäftsführer und Schießmeister der Meckenheimer Schützen, den Lions-Club-Vertretern das frisch verputzte Herzstück des Vereins: den Schießstand. Nachdem hier am 14. Juli 2021 rund 1,70 Meter hoch das Wasser gestanden hatte, musste alles raus und die komplette Anlage inklusive der aufwendigen Elektronik neu gemacht werden. Allein hier lagen die Kosten für die Erneuerung der zehn Schießbahnen bei rund 70.000 Euro, so Hilbig. Präsident Klemmer geht davon aus: „Ab Oktober können wir hier wieder schießen.“


Dass das so rasch wieder möglich sein wird, hat aus Sicht von Präsident Klemmer vor allem mit der bislang reibungslos verlaufenden Zuteilung der 525.000 Euro Wiederaufbaumittel zu tun, die den Schützen zugesagt sind: „Das läuft mit der Kölner Bezirksregierung wirklich fantastisch, das hätte ich mir wesentlich komplizierter vorstellt.“


Vereine können Halle ab September wieder mieten

Dank der öffentlichen Fördermittel ist auch die Sanierung der gerade für das Meckenheimer Vereinsleben so wichtigen Schützenhalle weit gediehen: Der Boden ist mittlerweile komplett neu gefliest, wie auch nagelneue sanitären Einrichtungen verbaut sind, und zwar in der kompletten Anlage. Schützen-Vorstand Ferdi Klick, zuständig für die Vermietung der Halle, hat daher eine erfreuliche Botschaft: „Ab September können Vereine und Veranstalter unsere Halle wieder mieten.“ Interessenten können sich melden unter der Telefonnummer 02225/6629.


Trotz der Sanierungsfortschritte und der problemlosen Inanspruchnahme der Fördermittel erinnert Klemmer daran, dass unverändert Spenden wie die des Lions-Clubs wichtig sind. „Denn wir müssen als Verein noch das neue Inventar finanzieren.“ Dazu zählen etwa eine neue Küche, Sanitäranlagen, Bestuhlung und Geschirr. Dafür veranschlagt Klemmer rund 80.000 Euro. Auf der Habenseite stehen aber nur 15.000 Euro in Form einer Pauschale aus dem Wiederaufbaufond sowie einem speziellen Fluthilfe-Fond der Raiffeisenbank Voreifel und eben Spenden. Bislang steht fest:

„Rund 30.000 Euro muss der Verein selbst tragen.“


Die Summe schreckt kaum einen bei den Schützen, denn dort ist man dank der Sanierungsfortschritte bis in die Haarspitzen motiviert. Denn wenn die Flut etwas Positives hatte: „Wir bekommen jetzt eine komplett sanierte und modernisierte Anlage“, freut sich Klick. Zudem ist die jetzt auch behindertengerecht nutzbar, ergänzt Geschäftsführer Hilbig und zeigt auf die neuen Rollstuhlrampen am Eingang zur Schützenhalle. Was Hilbig zudem noch in Hochstimmung versetzt: „Wir haben im Zuge der Sanierung zehn neue Mitglieder gewonnen.“ Alles Handwerker, die kurzerhand bei den Schützen eingetreten sind.





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